Nierenkrebs

Krebserkrankungen des Urogenitaltrakts, sowohl bei Frauen als auch bei Männern, sind in der Regel primärer Natur. Dies bedeutet, dass sie im Urogenitalbereich zu wachsen beginnen und in andere Körperteile und Organe eindringen und sich dort ausbreiten könnten. Urogenitaltumore bei Frauen können sich als Vulvakarzinom, Vaginalkarzinom, Gebärmutterhals- (Zervixkarzinom) oder schleimhautkrebs, sowie Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) entwickeln. Urogenitaltumore bei männlichen Patienten können sich als Peniskarzinom, Prostatakarzinom oder Hodenkrebs entwickeln. Tumore des Harntrakts (Urothelkarzinom) oder der Niere (Nierenzellkarzinom), können sich sowohl bei Frauen, als auch bei Männern entwickeln. 

Tumorzellen weisen eine Reihe von Merkmalen auf, darunter abnormales Zellwachstum, vermehrte Zellteilung, sowie die Förderung der Blutgefäßbildung. Die Anzeichen und Symptome der Erkrankung sind vielfältig und können Juckreiz, Brennen, oder Blutungen, sowie Hautveränderungen im Genitalbereich, als auch Hämaturie, Dysurie, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und Übelkeit umfassen.

Diese Tumoren werden nach verschiedenen Tumorausbreitungskriterien sowie in erster Linie nach ihrem histologischen Erscheinungsbild klassifiziert. Die histo-/pathologische Analyse eines Rezeptorstatus ist bei einigen Tumorentitäten des Urogenitaltraktes, wie beim Ovarialkarzinom, Standard und spielt eine mitentscheidende Rolle bei der Entscheidungsfindung für die Behandlung. Einige urogenitale Tumorzellen haben bekanntermaßen Hormonrezeptoren auf ihrer Oberfläche. Patienten, deren Tumorgewebe positiv auf einen oder mehrere dieser Rezeptoren getestet wurde, können von einer Antihormonbehandlung, einer Behandlung mit monoklonalen Antikörpern oder einer Behandlung mit einem Antibody-drug Konjugat (ADCs) profitieren. Es ist bekannt, dass Patienten deren Tumorzellen keinen der Rezeptortypen aufweisen, weitere Oberflächenmarker wie PD-1, PD-L1, PD-L2, PSMA, Survivin, NYESO, WT1 usw. aufweisen können, die durch einen präzisionsbasierten immuntherapeutischen Ansatz gezielt angegangen werden können.

Krebserkrankungen des Urogenitaltrakts werden in erster Linie für einen chirurgischen Eingriff evaluiert, meist in Kombination mit einer Chemotherapie und/oder Strahlentherapie vorab, nach oder sogar anstelle des chirurgischen Eingriffs, falls anderweitig nicht möglich. Zu modernen Therapiekonzepte zählen heutzutage insbesondere der Einsatz von Immuntherapien bei urogenitalen Krebserkrankungen, die im Rahmen eines sogenannten Umbrellakonzepts diskutiert und konzipiert werden könnnen.

Ein Umbrellakonzept berücksichtigt alle Aspekte der Krankengeschichte des Patienten, weitere Diagnosen, das allgemeine Wohlbefinden, sowie die verfügbaren diagnostischen Konstellationen und laufenden Behandlungen. Ein Umbrellakonzept beruht nicht nur auf der einen oder der anderen Therapieoption, sondern zieht eine präzisionsbasierte Kombination von Therapien in Betracht, die für jeden Einzelfall bewertet werden.

Bei Verdacht auf ein urogenitales Karzinom erfolgt eine umfassende körperliche Untersuchung in der Regel gefolgt von einer Ausbreitungsdiagnostik, z. Bsp. Mittel PET-CT-Scan, CT-Scan, und/oder MRT-Scan das Aufschluss darüber gibt, ob und wo sich Tumormassen im Körper befinden. Es zeigt auf, ob der Tumor sich bereits auf andere Gewebe ausgebreitet hat (Metastasierung). Wenn eine Masse festgestellt wurde, sollte sie biopsiert werden um die Eigenschaften des Tumors zu bestimmen. Eine histopathologische Analyse kann dann den genauen (Zell-)Typ des Tumors identifizieren. Es gibt viele verschiedene Arten von Tumoren und jeder von Ihnen weist einzigartige genetische Merkmale auf.

Was die meisten Patienten nicht wissen ist, dass nach der ersten Untersuchung der Biopsie (zur Bestimmung des Tumortyps) das Gewebe in der histopathologischen Abteilung des Krankenhauses aufbewahrt wird, in welcher die Biopsie stattfand. Dieses aufbewahrte Gewebematerial kann für eingehende (genetische) Gewebeanalysen und Sequenzierungen verwendet werden. Es ist bekannt, dass Tumore die Anhäufung mehrerer genetischer Modifikationen zeigen, wodurch Krebszellen den selektiven Wachstumsvorteil entwickeln um eine Expansion einzuleiten. Mittels fortschrittlich entwickelten Hochdurchsatztechnologien ist nun eine Identifizierung dieser mutierten Gene möglich, die zu einer wirksamen gezielten Therapie führen können.

Es ist von entscheidender Bedeutung, eine gründliche Tumoranalyse durchzuführen, damit für den Patienten alle Möglichkeiten einer gezielten Behandlung ausgelotet werden können. Sei es innerhalb eines privaten Settings, oder innerhalb einer klinischen Studie. Daher ist es wichtig, bereits zu Beginn der Therapieevaluation ein Labor zu finden, das Ihr Tumorgewebe auf alle Marker und Mutationen untersucht und die Ergebnisse mit einem erfahrenen Onkologen zu besprechen, welcher bereit ist mit Ihnen auf die bestmögliche und zielgerichtete Weise zusammenzuarbeiten.

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Wichtig: Unser onkologisches Team berät Sie gerne telefonisch, um einen tieferen Einblick in Ihren speziellen Fall zu erhalten. Dies ermöglicht es uns auch, Ihnen einen vorläufigen Behandlungsplan und Kostenvoranschlag zu erstellen. Unsere Onkologen informieren Sie ausführlich über Medikamente, Therapien und Behandlungen, einschließlich der zugrundeliegenden Mechanismen und Nebenwirkungen. Nach einer körperlichen Untersuchung und einem ausführlichen Gespräch mit Ihnen vor Ort, wird der definitive Behandlungsplan besprochen. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass komplexe medizinische Prozesse wie oben erwähnt nur durch eine eingehende Beratung vor Ort erklärt werden können.



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