Nachricht - 29.07.2026
Wie läuft die individuelle Therapieplanung an der Hallwang Clinic ab?

Von der ersten Befundprüfung bis zum maßgeschneiderten Behandlungskonzept
Eine Krebsdiagnose wirft bei Betroffenen und Angehörigen viele Fragen auf. Patienten möchten nicht nur wissen, welche Therapien grundsätzlich existieren, sondern vor allem: Welche Behandlungsoptionen sind für meine ganz persönliche Situation medizinisch sinnvoll?
An der Hallwang Clinic beginnt deshalb keine Therapie mit einer starren Standardlösung. Am Anfang steht immer eine strukturierte, interdisziplinäre medizinische Bewertung der individuellen Erkrankung. Bereits vor einem möglichen Behandlungsbeginn werden vorhandene Befunde analysiert und – sofern medizinisch sinnvoll – durch weitere diagnostische Untersuchungen ergänzt. Anschließend erfolgt die Einordnung anhand der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz.
In 5 Schritten zum individuellen Behandlungsplan
Schritt 1: Analyse der vorhandenen medizinischen Unterlagen
Jede Therapieplanung beginnt mit einer umfassenden Auswertung der bereits vorliegenden Befunde. Dazu gehören:
- Histopathologische Befunde (Gewebeanalysen)
- Arztbriefe und bisherige Therapieberichte
- Bildgebung (CT, MRT oder PET/CT)
- Aktuelle Laborwerte
- Bereits durchgeführte molekulare Untersuchungen und Biomarker-Analysen
Hierbei geht es nicht nur um die reine Diagnose, sondern auch um den bisherigen Krankheitsverlauf, das Ansprechen auf Vortherapien sowie mögliche Begleiterkrankungen. Ziel ist es festzustellen, welche Informationen bereits vorliegen und welche zusätzlichen Erkenntnisse für eine fundierte Entscheidung noch fehlen.
Schritt 2: Ergänzende Diagnostik, wenn sie medizinisch sinnvoll ist
Die moderne Präzisionsonkologie basiert auf präzisen biologischen Informationen über den Tumor. Abhängig von Tumorart, Krankheitsstadium und Fragestellung können daher gezielte Zusatzuntersuchungen empfohlen werden:
- Molekulare Tumorprofilierung und Next-Generation Sequencing (NGS): Entschlüsselung genetischer Treibermutationen
- Liquid Biopsy: Analyse zirkulierender Tumor-DNA im Blut
- Biomarker-Analysen: Suche nach spezifischen Proteinen oder Angriffsflächen für zielgerichtete Medikamente
Internationale Fachgesellschaften wie ESMO, ASCO und NCCN empfehlen diese erweiterte Molekulare Diagnostik dann, wenn die Ergebnisse direkte therapeutische Konsequenzen haben können.
Schritt 3: Wissenschaftliche Bewertung aller Befunde
Nach Abschluss der Diagnostik werden sämtliche Daten zusammengeführt. Das Ärzteteam bewertet das Gesamtbild auf Basis folgender Kriterien:
- Tumorbiologie: Molekulare Eigenschaften, Mutationstyp und Aggressivität
- Evidenzlage: Abgleich mit internationalen Leitlinien und aktuellen Studiendaten
- Patientenfaktoren: Allgemeinzustand, Vorerkrankungen und persönliche Therapieziele
Molekulare Veränderungen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern anhand etablierter Bewertungsinstrumente wie der ESCAT-Klassifikation sowie der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz eingeordnet.
An dieser Stelle verbindet die Klinik klassische Behandlungsstandards mit den Erkenntnissen der Präzisionsmedizin.
Wann Behandlungen als wissenschaftlich abgesichert gelten, lesen Sie in unserem Beitrag Evidenz in der Krebsmedizin.
Schritt 4: Entwicklung eines individuellen Behandlungskonzepts
Auf Grundlage dieser Bewertung entwickelt das interdisziplinäre Ärzteteam ein transparentes Behandlungskonzept. Dieses kann aus verschiedenen, klar voneinander abgegrenzten Bausteinen bestehen:
- Antitumorale Maßnahmen: Systemische Therapien (Immuntherapien, zielgerichtete Therapien, ADCs), Chemotherapie oder lokal-ablative Verfahren. In geeigneten Einzelfällen kann auch geprüft werden, ob ein evidenzbasierter Off-Label-Einsatz medizinisch infrage kommt.
- Supportive Medizin: Gezielte Linderung von Nebenwirkungen, Schmerztherapie und Erhalt der Belastbarkeit
- Integrative Medizin: Evidenzbasierte Ergänzungen zur Unterstützung der Lebensqualität sowie zur Linderung ausgewählter therapiebedingter Beschwerden
Molekulare Veränderungen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern anhand etablierter Bewertungsinstrumente wie der ESCAT-Klassifikation sowie der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz eingeordnet.
Schritt 5: Transparente Aufklärung vor Therapiebeginn
Bevor eine Behandlung beginnt, bespricht das Ärzteteam das vorgeschlagene Konzept ausführlich und auf Augenhöhe mit Ihnen:
- Medizinische Begründung: Warum wird welche Maßnahme empfohlen?
- Chancen und Risiken: Realistische Einschätzung der Wirkungsweise und möglicher Nebenwirkungen
- Ablauf und Logistik: Zeitlicher Rahmen und organisatorische Details
- Kosten und Transparenz: Vollständige Aufschlüsselung aller voraussichtlichen Kosten vor Behandlungsbeginn
Die Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen Patient und behandelndes Ärzteteam gemeinsam auf Grundlage einer umfassenden medizinischen Aufklärung.
Präzisionsonkologie bedeutet individuelle Entscheidungen
Zwei Patienten mit derselben Tumordiagnose erhalten heute nicht zwangsläufig dieselbe Behandlungsstrategie. Unterschiede in den Genveränderungen des Tumors, Vortherapien oder dem Allgemeinzustand erfordern differenzierte Wege.
Mehr darüber, wie solche Differenzierungen zustande kommen, erfahren Sie im Artikel Wie entstehen Therapieentscheidungen in der Präzisionsonkologie?
Sie möchten Ihre Befunde medizinisch bewerten lassen?
Jede Krebserkrankung ist anders. Deshalb beginnt jede Therapieplanung mit einer individuellen Bewertung Ihrer medizinischen Unterlagen. Dazu zählen:
- aktuelle Arztbriefe
- Histologie-/Pathologiebefunde
- CT-, MRT- oder PET/CT-Berichte
- Laborwerte
- Informationen zu bisherigen Therapien
- vorhandene molekulare Analysen (falls vorhanden)
Im Rahmen eines Erstgesprächs erläutert das Ärzteteam, welche weiteren diagnostischen Schritte gegebenenfalls sinnvoll sind und welche Behandlungsoptionen unter Berücksichtigung der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz geprüft werden können.